Planungsbericht Gleichstellung: VPOD fordert für die zeitgemässe Umsetzung die entsprechenden Ressourcen

Am 14. Juni 2021 schickte der Luzerner Regierungsrat den Planungsbericht Gleichstellung 2022-2025 in die Vernehmlassung und folgte damit der Forderung einer Petition des Frauen*streiks. Ein umfassender Bericht der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit (HSLU) zeigt zum ersten Mal in dieser Ausführlichkeit den Stand der Gleichstellung in Themenbereichen wie strukturelle Verankerung, Armut, Bildung, Familie, Gewalt, Wirtschaft oder Öffentlichkeit. Der VPOD ist sehr erfreut über diese breite wissenschaftliche Grundlage für die kantonale Gleichstellungspolitik der kommenden Jahre.

Verbindlich umsetzen statt prüfen
„Mit dem vorliegenden Planungsbericht holt der Kanton Luzern eine gleichstellungspolitische Handlungslücke auf, die sich in den vergangenen Jahren durch Versäumnisse oder Abbau geöffnet haben“, so Melanie Setz, Präsidentin des VPOD Luzern. Dies gelingt aber nur dann, wenn die Massnahmen auch ernsthaft umgesetzt werden. Das heisst, dem verpflichteten Personal müssen die entsprechenden personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Ebenfalls fordert der VPOD, dass die Regierung dem Kantonsrat regelmässig über den Stand der Umsetzungen berichtet. Damit mit dem Vorhaben der Regierung auch tatsächlich ein Beitrag zur Gleichstellung geleistet werden kann, muss Kanton Luzern muss nun seine Handlungsspielräume ausschöpfen.

Kanton als Arbeit- und Auftraggeber unter der Lupe
Der Bericht der HSLU sieht bei der Verankerung der Vorbildrolle des Kantons noch Handlungsbedarf. Erfreulicherweise folgt der Regierungsrat den Empfehlungen der Fachpersonen. Er setzt sich u.a. zum Ziel als Arbeitgeber für ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld zu sorgen und bei der Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie LGBTI-Personen eine Vorbildrolle einzunehmen. Zielsetzungen, die der VPOD ausdrücklich gutheisst. Eine interne Diversity-Fachstelle sowie ein konkretes Reporting und Controlling und ein Zertifikat für Familienfreundlichkeit sollen die Umsetzung zu Gunsten der über 6'000 Mitarbeitenden koordinieren und unterstützen. Melanie Setz dazu: „Mit dieser Stossrichtung der Massnahmen setzt die Regierung an einem wirkungsvollen Hebel zur Sensibilisierung der Wirtschaft sowie der Gesamtbevölkerung an“. Für den VPOD ist es zusätzlich wichtig, dass der Kanton hier auch die Einflussmöglichkeiten auf Auftragnehmer geltend macht. Beispielsweise zur Kontrolle der Lohngleichheit in Vertragspartner von Leistungsvereinbarungen. Beispiele dafür gibt es beim Bund oder bei den Kantonen Bern oder Basel.

Kontakt: Amanda Probst, Administration VPOD Zentralschweiz, 041 240 66 16

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29.09.2021MM Planungsbericht Gleichstellung 2022-2025 LuzernPDF (82 kB)