Vorstösse und Umfrage zu Anstellungsbedingungen an der HSLU

Von: VPOD Luzern

In mehreren Konkordatskantonen der Zentralschweizer Fachhochschule HSLU werden im Dezember parlamentarische Vorstösse zu den Arbeitsbedingungen der Hochschule eingereicht. Anlass ist ein Projekt zur Neugestaltung von Personalkategorien der Hochschule im Bereich der Forschung. Der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) stellt einen steigenden Druck bei den Mitarbeitenden der Hochschule fest und startet eine Umfrage zum Thema Arbeitszeit.

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Druck auf Arbeitsbedingungen

Die zunehmende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in der universitären Lehre und Forschung ist seit Jahren international bekannt. Auch in der Schweiz spitzt sich die Situation zu. Im vergangenen Jahr wurde durch die Verbände des Mittelbaus der Schweizer Hochschulen die Petition Academia lanciert, die diese prekären Arbeitsbedingungen kritisiert und Verbesserungen fordert. Auch bei der grössten Hochschule der Zentralschweiz, der Hochschule Luzern sind in Bezug auf Arbeitszeitregelungen den Gewerkschaften mehrere Rechtsfälle bekannt. Hinzu kommt, dass die Hochschulleitung diesen Herbst über das «Projekt Personalkategorien» informierte, in welchem «die Tätigkeitsprofile der Dozierenden und Senior Wissenschaftlichen Mitarbeitenden an die heutigen Verhältnisse» angepasst werden sollen. Dabei soll namentlich der «Gleichwertigkeit von Lehre und Forschung Rechnung getragen werden». Gemäss der HSLU führt die Anpassung zu höheren Lohnkosten, soll aber kostenneutral erfolgen, was dazu führt, dass «dieser Mehrbedarf in den anderen Leistungsaufträgen eingespart oder durch zusätzliche Drittmittel in der Forschung kompensiert werden muss».

Hochschule muss qualitativ hochwertige Bildung anbieten

In erster Linie hat die Hochschule von den Konkordatskantonen aber einen Bildungsauftrag und die Abgeltung der Konkordatskantone wird anhand der Studierendenzahlen festgelegt. Parlamentarier*innen aus allen Konkordatskantonen wollen nun wissen, wie sich die Regierungen in ihren Kantonen zu diesem Qualitätsabbau in der Ausbildung und Forschung aufgrund des Prinzips der Kostenneutralität dieses Projekts stellen. «Die Hochschule Luzern ist bereits heute pro Kopf die kostengünstigste in der Schweiz, ein weiterer Abbau führt zu Qualitätsabbau.» sagt Urban Sager, Kantonsrat SP Luzern. Vielmehr müsse ein Ausbau der zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel in Betracht gezogen werden und in die Bildungsqualität investiert werden.

Gewerkschaft VPOD startet eigene Umfrage

Die Parlamentarier verorten gleichzeitig grossen Handlungsbedarf bei den Anstellungsbedingungen an der Hochschule und stellen in ihren Vorstössen Fragen zu Arbeitszeiten, befristeten Verträgen und der Sozialpartnerschaft. Die Gewerkschaft VPOD begleitet bereits seit vielen Jahren die Mitarbeitenden der HSLU. Sie bestätigt den steigenden Druck auf die Dozierenden und Wissenschaftlichen Mitarbeitenden: «Die Mitarbeitenden haben zunehmend das Gefühl das unternehmerische Risiko der Hochschule selbst zu tragen und dafür nicht gemäss dem geleisteten Pensum entlohnt zu werden.» so Viviane Hösli, Regionalekretärin VPOD Zentralschweiz. Der VPOD startet darum gemeinsam mit dem Dozierendenverband in diesen Tagen eine Umfrage zum Thema «Gratisarbeit an der HSLU?».


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