VPOD fordert Bekenntnis zur Lohngleichheit in staatsnahen Betrieben

Die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern ist eines der zentralen Anliegen in der Gleichstellungsdebatte. Mit der Charta der Lohngleichheit unterstützen der Bund, zahlreiche Kantone, Gemeinden und neu auch staatsnahe Betriebe ein sinnvolles Instrument, um der Lohndiskriminierung als Arbeitgeberin und im öffentlichen Beschaffungswesen entgegenzuwirken. Zum diesjährigen Equal Pay Day am 22. Februar 2020 fordert der VPOD Luzern weitere Luzerner Gemeinden sowie staatsnahe Betriebe auf, der Charta beizutreten. Damit setzen sie ein klares Zeichen für faire Arbeitsbedingungen im öffentlichen Sektor.

Lohnungleichheit besteht weiterhin

Am 22. Februar 2020 wird mit dem Equal Pay Day einmal mehr auf die immer noch bestehenden Lohnungleichheit und –diskriminierung aufmerksam gemacht: Während ein Mann ab dem 1. Januar sein Gehalt bekommt, arbeiten Frauen symbolisch bis zum Equal Pay Day gratis. Im Kanton Luzern verdienen Frauen für die gleiche Arbeit und unter vergleichbaren Bedingungen 8.3 Prozent weniger als Männer, was 530 Franken pro Monat entspricht (2016). Dieser Anteil ist im Vergleich zu 2014 wieder gewachsen (6.9 Prozent) und auch die durchschnittliche Lohndifferenz wurde wieder grösser (2016: rund 1'100 Franken; 2014: rund 900 Franken).

Kanton Luzern, Kriens und Luzern bekennen sich zur Lohncharta

Schweizweit verantworten der öffentliche Sektor von Verwaltungen und staatsnahe Betriebe rund 580'000 Vollzeitstellen. Ebenfalls werden jährlich Aufträge im Wert von 41 Milliarden Franken vergeben. Dieser erhebliche Umfang bedeutet auch grosse Verantwortung, wenn es um die Bekämpfung der Lohndiskriminierung geht. Deshalb hat der Bund 2016 die Charta für Lohngleichheit im öffentlichen Sektor ins Leben gerufen. Gemeinden und Kantone verpflichten sich dazu, die Lohngleichheit als Arbeitgebende regelmässig zu überprüfen, sie im Beschaffungswesen mittels Kontrollen sicherzustellen und auch über ihr Engagement zu sprechen. Mit dem Beitritt zur Charta haben der Kanton Luzern sowie die Städte Luzern und Kriens ihr Engagement gegen Lohndiskriminierung bekundet.

VPOD fordert staatsnahe Betriebe auf Lohncharta zu unterzeichnen

Die Charta stützt sich gemäss VPOD Luzern auf die zentralen Punkte ab, um Lohndiskriminierung zu beseitigen: Ungerechtfertigte Unterschiede geschehen heutzutage oftmals unbewusst und unbeabsichtigt. Regelmässige Kontrollen unterstützen deshalb faire Arbeitsbedingungen im öffentlichen Sektor. Seit letztem Herbst kann die Charta auch von staatsnahen Betrieben unterzeichnet werden. «Die Gelder der öffentlichen Beschaffung dürfen nicht in diskriminierende Arbeitsverhältnisse investiert werden.» wird Maria Pilotto vom VPOD Luzern deutlich. Bisher sind aber noch keine staatsnahen Betriebe aus dem Kanton Luzern beteiligt. Der VPOD Luzern ruft deshalb die Gemeinden und staatsnahen Betriebe im Kanton Luzern auf, ebenfalls der Charta beizutreten und sich so klar und deutlich zur Lohngleichheit zu bekennen.

Erfahrungen teilen und Engagement sichtbar machen

Viele staatsnahe Betriebe im Kanton Luzern machen gemäss dem VPOD Luzern bereits heute Lohnkontrollen oder beabsichtigen diese in Zukunft umzusetzen. Dies ist eine ideale Voraussetzung zur Unterzeichnung der Charta. Die beteiligten Gemeinden, Kantone und Betriebe sowie der Bund informieren regelmässig über die Ergebnisse ihrer Bemühungen. Damit können Erfahrungen geteilt werden, was die Realisierung der Lohngleichheit weiter voranbringt. Mit dem Beitritt zur Charta will der VPOD Luzern, dass weitere Luzerner Gemeinden und staatsnahe Betriebe ihr Engagement für Lohngleichheit sichtbar machen und anlässlich des Equal Pay Day ein klares Zeichen setzen.

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