VPOD Schwyz im Spital Einsiedeln

(v.l.) Spitaldirektor Reto Jeger, VPOD-SZ-Präsidentin Ruth Miksovic-Waldis und Ausbildungsleiterin Karin Kuster.

Von: Otto Kümin

Dem VPOD Schwyz ist nicht entgangen, dass Einsiedeln unter den drei Schwyzer Spitälern ein ganz spezielles, gewinnendes Image hat. Grund genug, die bewährte Exkursionsreihe «Besuch am Arbeitsplatz von GewerkschaftskollegInnen» in diesem Jahr dem Regionalspital der Stiftung «Maria zum finsteren Wald» zu widmen.

Der VPOD Schwyz, neu der Region Zentralschweiz zugehörig und betreut von Regionalsekretär Martin Wyss, wurde im hellen und grosszügigen Empfangsbereich begrüsst. Im Rundgang durch das kürzlich erweiterte und erneuerte Haus gelang es Direktor Reto Jeger und Petra Reusser, Leiterin Pflege und Qualität, einige Erfolgsgeheimnisse ihres bei PatientInnen und Pflegenden gleichsam beliebten Betriebs zu lüften. Angefangen beim Weckruf, als die Schwyzer Regierung allen Ernstes eines der drei kantonalen Spitäler schliessen wollte. Dies führte im Raum Einsiedeln/Ybrig/Alpthal zu einer starken Solidarisierung, weil sich die Bevölkerung der immensen Bedeutung ihres medizinischen Grundversorgers bewusst wurde.

Allerdings: Allein durch Grund- und Notfallversorgung lassen sich 85 Betten, 3 Chefärzte, Belegärzte, die Pflegenden, Operations- und Geburtssäle sowie Ambulatorien nicht finanzieren. Es scheint stattdessen, dass Einsiedeln durch sein Zentrum für den Bewegungsapparat und neu im Bereich der viszeralen Medizin erfolgreich zusätzliche Einkommensfelder erschlossen hat. Und trotzdem wurde die Überschaubarkeit bewahrt.

Aus Sicht der GewerkschafterInnen des VPOD beeindruckend ist der im Vergleich zu anderen Betrieben hohe Anteil ortsansässiger Pflegerinnen und Pfleger. Dies ist sicher auf die hohe Verankerung des Spitals in der Region zurückzuführen, aber auch auf den sorgfältig aufgebauten Pflegenden-Pool. Dieser ermöglicht eine flexible Dienstplanung, sowohl für den Betrieb wie auch für die Pflegenden. Und zentral für die Angestellten: Das Spital Einsiedeln hat seit 2017 ein neues Lohnsystem mit zeitgemäss bewerteten Funktionen und Lohnklasseneinreihung. Externe Kräfte haben das Lohnsystem erarbeitet, während die Personalkommission erst in der Endphase beigezogen wurde. Immerhin haben Peko und Belegschaft grundsätzlich ein Informations- und Antragsrecht.

Nicht zu vergessen (und vielleicht ist dies das eigentliche Geheimnis dieses Spitals): Einsiedeln ist ein spiritueller Kraftort. Das Spital spielt diese Stärke nicht nur auf der Homepage aus, sondern auch mit der herrlichen Sichtorientierung aller Zimmer auf die bekannte barocke Klosterfront am Fusse des Friherrenbergs. Und ja, wie zu früheren Zeiten, als noch vornehmlich Nonnen die Pflege leisteten, wird den Patientinnen und Patienten auf Wunsch auch heute noch abends das Weihwasser gereicht...

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