Sinkende Fachquote in den sozialen Einrichtungen: Zynische Spende der SVP

Von: Sekretariat

Am Freitag, 8. September gab die SVP Luzern bekannt, dass sie die aus den Protestaktionen gegen die bürgerliche Abbaupolitik stammenden 290 Franken zuhanden der SVP-Kantonsräte an die Stiftung für Schwerbehinderte spenden will. Dass nun genau jene Partei die SSBL unterstützen will, die jahrelang Leistungskürzungen zulasten der Menschen mit Behinderung, des Personals und der Institution vorangetrieben hat, ist unanständig und zynisch.

In den vergangenen Jahren wurde der Abbau-Hebel immer wieder bei den sozialen Einrichtungen angesetzt. So sanken die Beiträge, die der Kanton für die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags der Institutionen entrichtet, obwohl die Herausforderungen und die Komplexität der zu betreuenden Fälle weiter anstiegen. Im Rahmen des KP17 hat die bürgerliche Mehrheit im Kantonsrat sogar beschlossen, dass die Fachquote (der Mindestanteil an ausgebildetem Personal) gesenkt wird.

Um voraussichtlich eine halbe Million Franken einzusparen, war mitunter die SVP bereit, die Qualitätsvorgaben für die Pflege und Betreuung der KlientInnen zu senken. Dass der Kanton diese Leitungen nur noch zu 50% durch professionelles Personal verrichten lässt, ist im wahrsten Sinne des Wortes unprofessionell. «Man stelle sich einmal vor, auf der Bank hätten nur 50% der Angestellten eine entsprechende kaufmännische oder finanzwirtschaftliche Ausbildung. Wir würden unser Geld nie und nimmer da anlegen. Aber unseren Mitmenschen mit Behinderung können wir das gemäss der bürgerlichen Mehrheit zumuten», sagt Martin Wyss, Regionalsekretär der für die sozialen Institutionen zuständigen Gewerkschaft VPOD.

Der SSBL ist jeder Franken zu gönnen, die sie für ihre wichtige Arbeit für unsere Gesellschaft erhält. «Jetzt Almosen zu verteilen, ist jedoch reiner Populismus. Die SVP soll das gespendete Geld besser für die Ausarbeitung von Lösungsansätzen aufwenden, wie der Kanton wieder einen angemessenen Beitrag für eine professionelle Betreuung und Pflege der Menschen mit Behinderung bezahlen kann», sagt Wyss weiter. «Das Vorgehen der SVP ist schlicht und einfach unanständig und ein Affront gegenüber allen betroffenen Menschen.» So war die SVP dafür, dass man aus Spargründen die Anzahl Duschen pro Woche von 7 auf 5 senkt, um beim Kanton Geld zu sparen. «Nun wollen sich dieselben Kantonsräte mit ihrer Spende als Gutmenschen stilisieren, das ist einfach degoutant!“, enerviert sich Wyss.

Die Gewerkschaft VPOD prüft derzeit gewerkschaftliche und juristische Mittel, um gegen die Senkung der Fachquote und damit gegen die Gefährdung der Betreuungsqualität in den Institutionen vorzugehen.

Für Rückfragen:

Martin Wyss, Regionalsekretär VPOD Luzern, 077 454 99 46, Enable JavaScript to view protected content.

Diese News als PDF